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Day 27: FUNKENFLIEGER

27 Tage getobt, gewütet, gebrannt haben wir hier auf der Winterwerft 2021. Es ist viel passiert, wir haben einiges bewegt und konnten euch in insgesamt 8 LIVESTREAMS Einblicke geben in unsere Arbeit. Nun am Ende dieser aufregenden und sehr erfüllenden Zeit, sind wir unserem Thema Kollaps näher als uns lieb ist. 24 Stunden schienen nie genug um allen Ideen und glorreichen Einfällen aus unserer Arbeit gerecht zu werden. Manchmal wurde bis in die Morgenstunden hinein, getüftelt, gebastelt und geprobt, Stelzen gebaut, Kulisse geschreinert und Musik komponiert. Und doch scheint man auch aus den anstrengendsten kreativen Prozessen immer gestärkt hervorzugehen, immer ein Stück reicher und lebendiger. Alles was in der gemeinsamen Arbeit, in den Proben und Werkstätten angestoßen wurde, sind kleine Funken, die nun von jedem genährt werden müssen.

“In mir persönlich hat dieses Kollaboratorium in vielerlei Hinsicht Dinge bewegt, ins Rollen gebracht und Festgefahrenes kollabieren lassen. Zu merken, wie mein kleiner individueller Lebens- und Arbeitsprozess eingebettet wurde in das Kollektiv unserer Winterwerftgemeinschaft, wie zwei Zahnräder, ein großes und ein kleines, sich ineinander verzahnen und gegenseitig in Bewegung setzen war ein sehr bestärkendes Erlebnis. In der Zeit eines solchen Kollaboratoriums scheinen alltägliche Abläufe eine neue Bedeutung zu bekommen. Ideen warten hinter jedem Gespräch, in der Warteschlange am Buffet, im gemeinsamen Schneeräumen, in den Nachtstunden am Ofenfeuer unserer Yurte. Und plötzlich scheint alles was wir tun ein neues Gesicht zu bekommen, erhält einen anderen Sinn, Masken fallen und neue Perspektiven eröffnen sich. So war mir diese Zeit der Winterwerft auch wieder ein großer Sinngeber für meinen künstlerischen Werdegang unter, vor, über, hinter und auf der Bühne.”

Nun sind wir an einem Punkt angekommen, wo es auch wieder heißt Abschied zu nehmen und weiterzuziehen. Die ersten Koffer sind gepackt und in allen Sprachen erklingen Abschiedsgrüße. Es ist ein Verabschieden auf Zeit, wir werden weitergehen, weitermachen feuriges, lebendiges und freies Theater im öffentlichen Raum ist wichtiger denn je, gerade in den heutigen Zeiten –  LASST DIE FUNKEN FLIEGEN!

Foto: Stefano Strampelli

Julian Boehme
jboehme@protagon.net
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